Wenn vom Berg mit leisem Tritte

Luna wandelt durch die Nacht,

Eil ich zu des Liebchens Hütte,

Lausche ob die Holde wacht.

Seh ich dort die Lampe glühen,

In dem stillen Kämmerlein,

Möcht ich wie der Lampe milder Schein

Spielend um die zarten Wangen ziehen.

 

Mit des Lichtes schönsten Strahlen

Zög ich um mein liebes Kind,

Farben wollt ich um sie malen,

Wie sie nur am Himmel sind;

Sände Schlummer ihr aufs Auge,

Löschte sie des Lämpchens Schein,

War ihr letzter, süßer Blick noch mein,

Und ich stürbe sanft an ihrem Hauche.

 

Nimmer darf ich um sie weben,

Wie der Lampe milder Schein,

Doch mein Lied darf zu ihr schweben,

Darf der Liebe Bote sein.

Schwebt denn Töne meiner Laute

Zu des Liebchens Kämmerlein,

Wieget sie in süße Träume ein,

Und dann flüstert: »Denke mein du Traute.«


Das Gedicht "Serenade" stammt von   (1802 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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