gesungen für Tübingens Burschen

 

(Weise: Schön ist′s, unter freiem Himmel)

 

Brüder, auf! erhebt die Klingen,

Laßt sie hell und freundlich blinken,

Stoßt auf ihre Siege an;

Lasset uns zu ihrem Preise

Lieder weihn nach alter Weise,

Denn die Klinge ziert den Mann.

 

Zu bewahren seine Ehre,

Zieht der Bursch die blanke Wehre,

Schwingt den Schläger frank und frei;

Denn das ist ja Burschenadel,

Daß die Ehre ohne Tadel,

Ohne Schmach der Name sei.

 

Ja! wie in der Vorzeit Tagen

Darf der freie Bursch es wagen:

Fordern seines Feindes Blut.

Tief verachtet er den Feigen,

Er darf Männerkraft noch zeigen,

Darf noch zeigen Heldenmut.

 

Und im festgeschmückten Saale

Bei des Burschen Bundesmahle

Blinkt der nie besiegte Stahl,

Gibt dem Burschen neue Weihe,

Der beim Landesvater Treue

Schwur mit klingendem Pokal.

 

Wird ein altes Haus begleitet,

Das mit schwerem Herzen scheidet

Aus der lieben Musenstadt:

Trägt ein Fuchs, als Waffenträger,

Vor ihm her den blanken Schläger,

Den er forsch geführet hat.

 

Ist ein Bruder abgeschieden

Dorthin zu dem ew′gen Frieden

Bei der alten Väter Schar:

Schmücken wir, zur Todesfeier,

Seines Sarges schwarze Schleier

Mit dem blanken Schlägerpaar.

 

So in Burschenfreud und -leide

Blinkst du, seine Augenweide,

Schöner Hieber, in der Luft.

Mag′s zu Lust und Trauer führen,

Du mußt seine Würde zieren

Beim Gelage, bei der Gruft.

 

Drum so laßt sie freudig blinken,

Rufet: Hoch Germanias Klingen,

Die noch keiner weichen sah!

Selbst dem Teufel gegenüber

Ziehn wir blank Germanias Hieber,

Fallen aus - pro patria.


Das Gedicht "Schlägerlied" stammt von   (1802 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte