Wenn die Becher fröhlich kreisen,

Wenn in vollen Sangesweisen

Tönt so manches Helden Ruhm,

Ja, da muß man dich auch singen,

Muß auch dir die Becher schwingen,

Dir, du altes Burschentum!

 

Fragt ihr, wo die Freiheit wohne?

Auf Europas weiter Zone

Habt ihr nimmer sie gesehn;

Nur bei alter treuer Sitte,

In der Burschen froher Mitte

Mag ihr Tempel noch bestehn.

 

Froh und frei, wie′s unsre Alten

Einst zu ihrer Zeit gehalten,

Leben wir, so lang es gilt;

Freuen uns - mit leerer Tasche,

Wenn uns nur aus voller Flasche

Klar der braune Nektar quillt.

 

Nicht in marmornen Trophäen

Kann die späte Nachwelt sehen,

Was wir Brüder hier getan;

Doch zum Denkstein unsern Siegen

Häufen wir aus leeren Krügen

Hohe Pyramiden an.

 

Mit dem Humpen in der Linken

Wollen wir dein Wohlsein trinken,

Altes, frohes Burschentum:

Mit dem Hieber in der Rechten

Wollen wir dich kühn verfechten,

Freies, tapfres Burschentum!


Das Gedicht "Das Burschentum" stammt von   (1802 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte