Geist des Bundes, schwebe nieder,

Deines Altars Flammen glühn,

Aus den Augen meiner Brüder

Seh ich Opferflammen sprühn.

Hörst du unsre Hymnen tönen?

Sie verkünden deinen Ruhm;

Komm herab zu deinen Söhnen

In Germanias Heiligtum.

 

Der in dieser großen Stunde

Einst der Stifter Herz gerührt,

Der du unsrem lichten Bunde

Einst den Tag heraufgeführt,

Schütze deiner Söhne Scharen

In der kalten, trüben Nacht,

Daß die Flamme sie bewahren,

Die du mächtig angefacht.

 

Hand in Hand und kampfgerüstet

Nahn wir deinem Festaltar,

Weil den argen Feind gelüstet,

Zu zersplittern unsre Schar.

Doch ob auch der Arge dräute,

Ob die Hölle stürmen mag,

Noch steht herrlich dein Gebäude,

Herrlich, wie am ersten Tag.

 

Laßt des Bundes Banner wallen,

Töne lauter Festgesang,

Denn schon naht der Geist den Hallen,

Durch die Wölbung tönt sein Gang.

Und er ziehet Zauberkreise

Um der Brüder lange Reihn,

Und Begeistrung ziehet leise

In die trunknen Herzen ein.


Das Gedicht "Bundeslied" stammt von   (1802 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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