Madrigal.

 

Ihr Männer bildet euch nicht ein,

Als ob Vernunft, Verstand, Gelehrsamkeit und aufgeklärter Sinn

Solt euer Eigenthum und Erbrecht seyn;

Nein! warlich, der das Firmament gesetzt,

Der hat das Frauen-Volk nichts minder hoch geschätzt:

Und ihnen auch Verstand und Witz verliehen.

Es soll wie ihr, des hohen Geistes Gaben,

Auch im Besitze haben.

Drum muß ihr Lorber-Zweig, so wie der eure blühen.

Zörnet, tobet, lästert, neidet immerhin,

Ihr werdt es doch nicht hindern können,

Ihr solt und müßt denselben doch die Ehre gönnen!

Drum bildet euch ihr Männer ja nichts ein!


Das Gedicht "Auf die gelehrten Frauenzimmer" stammt von (* 1711-01-15, † 1740-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte