Ist heut ein Mensch schön, munter, weis und roth;
So ist er morgen blaß und todt.
Der Schönheit Schmuck verschwindt
Wie Rauch und Wind.
Drum Mensch, bist du mit Schönheit oder Jugend,
Mit Glück und Kunst und Gaben ausgerüst,
Gedenke, daß du Staub und Erden bist.
Bestrebe dich vielmehr vor allen,
Nur Gott; nicht Menschen zu gefallen.
Bemühe dich um schöne Geistes-Gaben,
So lebst du, hat man dich schon längst begraben.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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