Du liegst sehr blaß in deinen weißen Kissen,

und deine matten Lippen sind zerbissen;

hattest du sehr viel Schmerz? -

"Ich weiß nicht mehr."

 

Du siehst sehr träumerisch zur Zimmerdecke,

sieh nach dem Bettchen drüben in der Ecke:

liebst du dein Kindchen sehr?

"Ich weiß noch nicht."

 

Schriebst du zuweilen, wenn die Wehen kamen,

mit deinen irren Fingern meinen Namen

auf deine Bettdecke? -

"Du weißt es ja."

 

Kannst du noch immer, ohne hinzudenken,

dein Kind und seinen Vater ruchlos kränken

und mit mir selig sein? -

"Weißt du das nicht?"


Das Gedicht "Verhör" stammt von   (1863 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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