So war′s auch damals schon. So lautlos

verhing die dumpfe Luft das Land,

und unterm Dach der Trauerbuche

verfingen sich am Gartenrand

die Blütendünste des Holunders;

stumm nahm sie meine schwüle Hand,

stumm vor Glück.

 

Es war wie Grabgeruch ... Ich bin nicht schuld!

Du blasses Licht da drüben im Geschwele,

was stehst du wie ein Geist im Leichentuch -

lisch aus, du Mahnbild der gebrochnen Seele!

Was starrst du mich so gottesäugig an?

Ich brach sie nicht: sie tat es selbst! Was quäle

ich mich mit fremdem Unglück ab ...

 

Das Land wird grau; die Nacht bringt keinen Funken,

die Weiden sehn im Nebel aus wie Rauch,

der schwere Himmel scheint ins Köm gesunken.

Still hängt das Laub am feuchten Strauch,

als hätten alle Blätter Gift getrunken;

so still liegt sie nun auch.

Ich wünsche mir den Tod.


Das Gedicht "Ein Stelldichein" stammt von   (1863 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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