Ich kann Eisenbahn-Zugführer werden;

nein, Lokomotivführer lieber!

Dann bin ich kleiner Menschenknirps

der größten Maschine über,

die tausend Pferdekraft stark ist.

 

Und tausend andre Menschen

regiert Ein Griff meiner Hand,

tagein tagaus, bei Nacht, bei Nebel,

im Sturm von Land zu Land;

Bahn frei! schreit meine Maschine.

 

Bahn frei - was schreit da wider?

im Dunkeln welch Gestampf?

Woher, wohin? Vorwärts, zurück?

Halt! bremsen! Gegendampf!

jetzt gilt′s, Mensch: Einer für Alle!

 

Und fliegt der Kopf vom Kragen,

so stirbt sich′s ohne Grämen;

dann braucht man sich doch wenigstens

des Lebens nicht zu schämen!

So denkt ein kleiner Held.

 


Das Gedicht "Ein Eisenbahner" stammt von   (1863 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte