In den abendgelben Fluß

grub mein Ruder schwarze Trichter;

ohne Won und ohne Kuß

sahn wir auf die Wellenlichter,

sahn wir eine dunkle Bucht

still das kahle Ufer spiegeln,

sahn der Berge starre Wucht

seine wirbelvolle Flucht

vor uns, hinter uns verriegeln.

 

Als wir dann um Mittemacht

in der Stadt mit Flüsterlauten

auf der hohen Brückenwacht

standen und hinunterschauten,

schienen uns die schwarzen Mauem

in dem grauen Wasserschacht

ihren Einsturz zu belauem.

 

Still, die Sonne kommt herauf.

Klar verfolgen meine Träume

bis zum Meer hin seinen Lauf;

fern durch morgenrote Bäume

steigt der blaue Nebel auf.


Das Gedicht "Der Fluß" stammt von   (1863 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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