Dummheit, erhabene Göttin,

Unsere Patronin,

Die du auf goldenem Throne,

Auf niedriger Stirne die blitzende Krone,

Stumpfsinnig erhabenes Lächeln

Auf breitem, nichtssagendem Antlitz -

Königlich sitzest:

Siehe herab mit der Milde Miene

Auf deine treuen, dir nach-

Dummenden Kinder,

Verjage aus dem Land

Die Dichter und Künstler und Denker,

Unsere Verächter,

Vernichte die Bücher, - Traumbuch und Rechenknecht,

Briefsteller und Lacherbsen verschonend,

Und wir bringen ein Eselchen dir,

Dein Lieblingstier,

Dein mildes, sanftes, ohrenaufsteigendes

Lieblingstier

Eine goldene Krippe dafür

Und ein purpurnes Laken von Disteln.


Das Gedicht "Hymnus an die Dummheit" stammt von (* 1854-09-11, † 1904-04-07).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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