Das Gewand meiner Seele erzittert im Sturm deiner Liebe,

Wie tief im Hain

Das Herz des Frühlings zittert.

Ja, mein heftiges Herz,

Wir haben Frühling:

Auf einmal ist dann alles Blühen da.

 

Was schön ist auf dieser Weltwiese,

Ist nur aus Sehnen und Liebe schön,

Und will dich holen mit Farbe und Duft.

O komm, ich bin ja so schön nach dir!

O komm, ich bin ja so süß nach dir!

Ich, deine wartende Zier, deine lebendige,

Vergehe nach dir.

 

Jeden Tag kommt Alter, kommt Welken,

Komm du dem Alter, dem Welken zuvor!


Das Gedicht "Brautseele II" stammt von (* 1854-09-11, † 1904-04-07).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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