Gestern noch ein dürftig Ding,

Das so grau und albern ging,

Nichts an ihm zu sehen -

Und muß heut behutsam sein,

Wie wenn im Mai die Blüten schnei′n,

Daß nicht all verwehen.

 

Wie wenn ich Blüten an mir habe,

Als sei ich eine Gottesgabe, -

Ein reines Wunder bin ich ja,

Wie nie ich eins mit Augen sah.

Und muß mich sehr zusammennehmen

Und schämen.

 

Warum? Weil ich so blühend bin,

Und weil der Wind treibt Blüten hin,

Die nicht am Baum erröten

Und voller Vorsicht sind

Und Unschuld und Erblöden -

Der dumme Wind!


Das Gedicht "Das Mädchen" stammt von   (1854 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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