Die Schieferdächer zottig und breit,

Noch wacht kein einzig Haus,

Zartklare Gegend und Einsamkeit,

Da jubelt ein Vöglein sich aus.

 

Die Sonne zu grüßen, so steigt es hinan

In reiner und reineres Blau,

Bis man es nicht mehr sehen kann,

Nun jubelt die Himmelsau.

 

Die Schieferdächer zottig und lang,

Schroff ragt ein Berg einher,

Die Mondsichel zart und morgenbang,

Da Wolkenfleisch, blühend und schwer.

 

Die Lerche hat die Sonne gesehn

Und sinkt nun wieder zu Tal,

Das hören die Morgenwinde und wehn,

Froh glühen die Wölklein zumal.

 

Kirschbäume stehn und richten sich aus

Und schauen stumm sich um,

Wie Kinder stehn mit Spruch und Strauß

So köstlich blöd und dumm.

 

Siehe, da blitzt es freudig erhellt,

Da hebt es sich und steigt,

Das liebeleuchtende Antlitz der Welt,

Und unsre Seele schweigt.


Das Gedicht "Der Sonne Geburtstag" stammt von   (1854 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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