Sieh, mein Vater, mein Kind schlägt eben

Die Augen auf.

Es will einen Kuß dir ja geben,

O nimm es auf.

Und lege es an dein Herz,

Und lege es an dein Weltenherz,

Und lege es an dein Vaterherz,

Das für alles schlägt,

Was Leben und was Seele trägt;

Sieh mal, wie warm, wie tränenwarm

Auffunkelt das Herz:

In Freudenfluten überfließt der Harm,

Die roten Bäckchen glühen vor tiefem Herz;

Die blauen Augen sieh,

Wie sie

Verwundert und verschleiert.

An deinem Herzen halt′ du es,

Indes

Die kleine Seele feiert.


Das Gedicht "Asrael" stammt von (* 1854-09-11, † 1904-04-07).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte