Aurora, schlummre noch an deines Liebsten Brust,

es ist der tiefen Nacht kein Morgen noch bewußt.

Diana führt die Sternen

noch höher in die Luft,

will weiter von mir lernen,

was ich ihr vorgeruft.

 

Neun Stunden sind nun gleich von Nächten durchgebracht,

Neun Stunden hab′ ich nun an Korilen gedacht,

an Korilen, die schöne,

von der ich bin so weit,

drum klinget mein Getöne

nach Nichts denn Traurigkeit.

 

Nehmt Korilen in Acht, ihr Wächter aller Welt,

für ihren treuen Sinn, den sie mir vorbehält.

Ich will nicht müde werden

in ihrer festen Pflicht,

bis daß der Feind der Erden

auch mir mein Urtheil spricht.

 

Aurora, lege nun um dich den Purpurflor.

Der junge Tag tut auf der Eos güldnes Thor.

Wirst du mein Lieb ersehen,

so gieb ihr einen Wink,

als mir von ihr geschehen,

indem ich von ihr ging.


Das Gedicht "An Anna aus der Ferne" stammt von   (1609 - 1640).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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