Weißt du noch, wie ich am Felsen
bei den Veilchen dich belauschte,
weißt du noch den Fliederstrauch,
wo der Strom vorüber rauschte?
Weißt du noch den Bergespfad,
wo ich um den Strauß dich bat,
weißt du noch?
Ach, es war ein süßes Bild,
als du da errötend standest,
und zur Erde all die Blumen
fielen, die zum Strauß du wandest.
Deine liebe kleine Hand
spielte mit dem blauen Band,
weißt du noch?
Und es sahen Fels und Strom
dein Erröten und dein Beben,
sahen auch den ersten Kuß,
halb genommen, halb gegeben!
Und des Himmels goldner Strahl
überflog Gebirg und Tal,
weißt du noch?
Das Gedicht "Weißt du noch?" stammt von Otto Roquette (1824 - 1896).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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