O wunnikliches paradis,

zu Costnitz han ich funden dich !

für alles das ich hör, sich, lis,

mit guetem herzen freustu mich.

inwendig, auss und überal,

zu Münsterling und anderswa

regniert dein adelicher schal.

Wer möchte da immer werden gra ?

 

Vil augenwait

in mangem klait,

slecht, zierlich, prait,

sicht man zu Costnitz prangen

von mündlin rot

an alle not,

der mir ains drot

mit röselochten wangen.

 

Gepärd, wort, weis an tadel späch

schaut man durch hügelichen trit

von manger stolzen frauen wäch.

Sant Peter lat michs liegen nit,

des lob ich immer preisen sol

andächtiklich in meim gepet,

wann er ist aller eren vol,

und wär mir laid, wer anders rett.

 

Vil zarter engelischer weib,

durchleuchtig schön, mit liechtem glanz,

besessen haben meinen leib

all in der Katzen pei dem tanz,

und der ich nicht vergessen will;

das macht ir minniklich gestalt.

mit eren lustlich freudenspil

vint man zu Costnitz manigvalt.


Das Gedicht "O wunnikliches paradis" stammt von   (1376 - 1445).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte