I.
„Nu rue mit sorgen, mein verborgenlicher schacz!
sleius dein augen schricklich zu
gen des lichten tages hacz,
im ze tracz!
herzen lieb, es ist noch fru.
all dein trauren, lauren las,
freuden hoff und halt die mass!
tustu das,
so bistu wol mein.“
„ach liebe diren, das sol sei sein.“

II.
„Frau, thu mich straffen! ich verslaffen hab die stund.
lucifer verswunden ist.
ei du roselachter mund,
mach gesund,
ber dort, hie, wo mir enprisst!
dein haubt naig, saig auff mein herz,
ermlein schrenck sunder smerz,
treib den scherz,
der uns, frau, mach gail!“
„zart lieber man, das sei mit hail.“

III.
„Der glanz durch grebe von der plebe ist entrant;
ich hor voglin doene vil.
tag, wer hat nach dir gesant?
dein gewant
unser scham nicht teken wil.
zwar dein greis ich preis doch klain.“
„guten morgen, liebstes ain.
nicht ser wain,
meiner kunft, der wort schir.
mit urlaub, frau, hail wunsch ich dir.“


Das Gedicht "Nu rue mit sorgen" stammt von   (1376 - 1445).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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