Die Welt ist nimmer geblieben

Die herrliche Welt des Homer,

Die Götter sind längst vertrieben,

Gestürzt sind die Tempel ins Meer.

 

Verschollen die heiligen Lieder,

Verwirbelt der Opferrauch,

In Hohn und Gespött darnieder

Gebrochen der Priester Brauch.

 

Nicht betende Völker mehr wallen

Zu schimmernden Säulenreihn,

Den hohen Olympiern allen

Geschmückte Geschenke zu weihn.

 

Die Himmlischen mußten erliegen

In toller Jahrhunderte Kampf,

Es schwelgt in Trophäen und Siegen,

Es herrscht: der allmächtige Dampf.

 

Es sausen die Hämmer und dröhnen

Auf Silber, auf Gold und auf Blei,

Maschinen rasseln und stöhnen

Ein gellendes Einerlei.

 

Kaum kann der Donner dringen

Durch all der Fabriken Gebraus,

Und Lieder und Glockenklingen

Verschwimmen im Rädergesaus.


Das Gedicht "Wechsel der Welt" stammt von   (1861 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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