Früh wird zur Harmonie in Grau
Der nächt'gen Themse Blau und Gold:
Mit ockerfarbnen Planken rollt
Ein Boot vom Kai; gelbes Gebrau
Kriecht um die Brücken, nebelmatt
Wird jede Hausfront, unbestimmt,
Wie eine ferne Blase schwimmt
Sankt Paul nur ob der Riesenstadt.
Dann plötzlich wird das Leben wach;
Der Troß der Bauernwagen zieht
Die Straßen her, ein Vogel flieht
Und singt vom tagbeglänzten Dach.
Ein blasses Weib nur ganz allein
– im Zwielicht ist ihr Haar so fahl –
Säumt in der Gaslaternen Strahl:
Flamme ihr Mund, ihr Herz von Stein.
Das Gedicht "Impression du matin" stammt von Oscar Wilde (1854 - 1900).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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