Jedweder Leidenschaft sich hinzugeben,
Bis meine Seele eine Leier ist,
Die jeder Wind spielt, und dafür vergißt
Die einst'ge Weisheit sie, das ernste Streben?
Ein zwiebeschrieben Blatt scheint mir mein Leben,
An kind'schem Festtag überkritzelt ganz
Mit eitlen Liedern zu Musik und Tanz,
Die nur des Ganzen tiefern Sinn verweben.
Wohl stand ich einst auf Sonnenhöhn und gab
Der Dissonanz des Lebens Melodie
Auf hellem Saitenspiel, daß Gott mich höre:
Ist die Zeit tot? Rührte mein kleiner Stab
Denn an den Honig nur der Poesie,
Daß einer Seele Erbteil ich verlöre?
Das Gedicht "Hélas!" stammt von Oscar Wilde (1854 - 1900).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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