Woher dies plötzliche Verstummen?

Und diese Wolken kummerschwer,

Die mir dein Angesicht vermummen,

Das erst so froh gestrahlt, woher?

 

"Siehst du den blauen Berg dort ragen,

Der Felsen in die Lüfte hebt,

An welchen selbst die Gemsen zagen

Und der erschrockne Jäger bebt? -

Von seinem Gipfel schleudre du

Ein Steinchen spielend in die Tiefen:

Du störst der Lüfte schwanke Ruh,

Und Nebel steigen, die dort schliefen.

So warfst du, seine Kraft nicht ahnend,

Ein Wörtchen mir in meine Brust,

Ein Wörtchen, leise, aber mahnend,

Und sieh, nun stieg der trübe Wust

Von Nebelbildern alter Kränkung

Aus ihrer stillen Nachtversenkung."


Das Gedicht "Leichte Trübung" stammt von   (1802 - 1850).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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