Drei Reiter nach verlorner Schlacht,

Wie reiten sie so sacht, so sacht!

 

Aus tiefen Wunden quillt das Blut,

Es spürt das Ross die warme Flut.

 

Vom Sattel tropft das Blut, vom Zaum,

Und spült hinunter Staub und Schaum.

 

Die Rosse schreiten sanft und weich,

Sonst flöß das Blut zu rasch, zu reich.

 

Die Reiter reiten dicht gesellt,

Und einer sich am andern hält.

 

Sie sehn sich traurig ins Gesicht,

Und einer um den andern spricht:

 

"Mir blüht daheim die schönste Maid,

Drum tut mein früher Tod mir leid."

 

"Hab Haus und Hof und grünen Wald,

Und sterben muss ich hier so bald!"

 

"Den Blick hab ich in Gottes Welt,

Sonst nichts, noch schwer mir′s Sterben fällt."

 

Und lauernd auf den Todesritt

Zieh′n durch die Luft drei Geier mit.

 

Sie teilen kreischend unter sich:

"Den speisest du, den du, den ich."


Das Gedicht "Die Drei" stammt von   (1802 - 1850).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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