I.

Mürrisch braust der Eichenwald,

Aller Himmel ist umzogen,

Und dem Wandrer, rauh und kalt,

Kommt der Herbstwind nachgeflogen.

 

Wie der Wind zu Herbsteszeit

Mordend hinsaust in den Wäldern,

Weht mir die Vergangenheit

Von des Glückes Stoppelfeldern.

 

An den Bäumen, welk und matt,

Schwebt des Laubes letzte Neige,

Niedertaumelt Blatt auf Blatt

Und verhüllt die Waldessteige;

 

Immer dichter fällt es, will

mir den Reisepfad verderben,

Daß ich lieber halte still,

Gleich am Orte hier zu sterben.

II.

Der Buchenwald ist herbstlich schon gerötet,

So wie ein Kranker, der sich neigt zum Sterben,

Wenn flüchtig noch sich seine Wangen färben;

Doch Rosen sind′s wobei kein Lied mehr flötet.

 

Das Bächlein zieht und rieselt, kaum zu hören,

Das Tal hinab, und seine Wellen gleiten,

Wie durch das Sterbgemach die Freunde gleiten,

Den letzten Traum des Lebens nicht zu stören.

 

Ein trüber Wandrer findet hier Genossen;

Es ist Natur, der auch die Freuden schwanden,

Mit seiner ganzen Schwermut einverstanden,

Er ist in ihre Klagen eingeschlossen.


Das Gedicht "Herbstgefühl" stammt von   (1802 - 1850).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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