Zum 15. December 1815.

 

Nie soll mich die Wahl gereuen,

Und ich sage feierlich,

Könnt′ ich auch noch zehnmal freien,

Zehnmal frei′t ich, Liebste, dich!

 

Führt mich abwärts auch die Straße,

Stundenweit und meilenweit,

Kenn′ ich dennoch keine Maße

Für die Treu′ und Zärtlichkeit.

 

Muß ich wieder einsam feiern

Unser schönes Hochzeitfest,

Will ich doch den Bund erneuern,

Der sich nicht zerreißen läßt.

 

Laß uns wie zwei Bund′sgenossen

Unsre Pilgerpfade gehn,

Unsre Ehe ward geschlossen

Wo vor Gott die Engel stehn.

 

Reich an Gnaden, arm an Ehren,

Sonder Anfang, sonder End′,

In die Ewigkeit soll währen

Dies hochwürd′ge Sakrament!


Das Gedicht "Meiner Liebsten" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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