1816.

 

Laß legen sich die Ungeduld,

Sei stille, Herz, nur stille!

Dort oben waltet Vaters Huld,

Der neige sich dein Wille.

 

Was schauest du so viel herum,

Und hast so viele Worte?

Bald wird doch Alles still und stumm

An einer dunkeln Pforte.

 

Wir werden Alle stumm und still

In unsre Gräber ziehen,

Ob einer dort sich regen will,

Vergebens ist sein Mühen.

 

Laß fahren, Herz, die Ungeduld,

Zur Ruhe mußt du kommen,

Und wirf dich in die Vaterhuld,

Das einig bringt dir Frommen!

 

Und wenn wir dann so manches Jahr

Im stillen Grabe lagen,

Wird uns ein Morgen hell und klar

Im fernen Aufgang tagen.

 

Da stillt sich Durst und Ungeduld

In seinen rothen Gluten,

Da will des ew′gen Vaters Huld

In Strömen niederfluten.

 

Drum sei nur stille, Herz, sei still,

Bald legen sich die Wellen;

Der Alles hat und geben will,

Wird deine Nacht erhellen.


Das Gedicht "An das Herz" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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