Im Spätjahr 1815 aus Koblenz.

 

Fliegt nur aus, geliebte Tauben!

Euch als Boten send′ ich hin;

Sagt ihr, und sie wird euch glauben,

Daß ich krank vor Liebe bin.

 

Ihr könnt fliegen, ihr könnt eilen,

Tauben, froh bergab und an;

Ich muß in der Fremde weilen,

Ewig ein gequälter Mann.

 

Auch mein Brieflein soll noch gehen

Heut zu ihr, mein Liebesgruß,

Soll sie suchen auf den Höhen,

An dem schönen grünen Fluß.

 

Wird sie von den Bergen steigen

Endlich in das Niederland?

Wird sich mir die Sonne zeigen,

Die zu lange schon verschwand?

 

Vögel, Briefe, Liebesboten,

Lied und Seufzer, sagt ihr′s hell:

Suche ihn im Reich der Todten,

Liebchen, oder komme schnell!


Das Gedicht "An die Tauben" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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