O Liebe, du Morgentraum,

Geboren kaum,

Und weise wie die Ewigkeit,

Im Greisenhaar

Noch mild und klar,

Noch fühlend und spielend

Wie Kindlein in der Weihnachtszeit.

 

O Liebe, du Zauberwort,

Klingst fort und fort

Wie Wellenschlag der Ewigkeit.

Du Melodie

Und Harmonie

Von Wonnen, zerronnen

In Tönen fließet Raum und Zeit.

 

O Liebe, von dir empfing

Der Schmetterling

Des Blütenlebens zarten Keim.

Ha Wonnepreis!

Im Blumenkreis

Zn nippen mit Lippen

Die Küsse gleich dem Honigseim.

 

O Liebe, du Lebensquell,

Du Bächlein hell,

Verbreitest Kühlung um mich her,

O labe mich,

Ich sink′ in dich

So selig, so wählig

Wie Fischlein in dem Muttermeer.


Das Gedicht "Liebe" stammt von (* 1783-12-11, † 1817-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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