Weiß, ist ganz keusche Reinigkeit,
Leibfarbe, weh und Schmerzen leiden,
Meergrüne, von einander scheiden.
Schwarz, ist Betrübnis, Angst und Leid,

Rot, innigliche Liebesbrunst,
Und Himmelblau, sehr hohe sinnen,
Bleich Leichfarb, argen Wohn gewinnen,
Gelb, end und Ausgang aller Gunst,

Haarfarbe, deutet auf Geduld,
Bleich Aschenfarben, heimlich Huld.
Braun, aller Liebe ganz vergessen,

Grün, Hoffnung; Und weil jetzt und ich,
Gebrauche dieser Farbe mich,
Ist wohl mein Zustand zu ermessen.


Das Gedicht "Bedeutung der Farben" stammt von   (1597 - 1639).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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