Doch war es frühe, daß dies Ich entglitt,

Das Spiegelbild sich wandelte zum Du:

Da war ein alter Mann, und Freitag litt

Angst und ertrug Gefahr und fand nicht Ruh

Um diesen Greis.

Mir war er fremd. Ich ließ

Ihm den Geliebten und brach auf zu jagen,

Ein böser Geist; Ich tötete. Ich stieß

Die Lämmer von der Mutter. Einmal lag

Mir Freitag jäh im Wurf, rief: "Töte mich,

O Herr, du zürnst!"

Mich überfiel die Scham.

Ich rief ihn an. Er blieb und weihte sich

Dem Tod in Anmut. Als ich näher kam,

Lächelte er nach meinem Kuß. Ich hob

Ihn sühnend auf, zum reineren Geschick

Des Bruders. Er nahms hin. Doch es verwob

Seither sich Trauer seinem fremdern Blick.


Das Gedicht "Robinson - Freitag findet seinen Vater" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte der Autorin:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte