Oh, Du warst Baum! Darinnen Vögel schliefen.

Winde sich hold vermählten. Leoparden bogen kühl.

Ein Lamm, Gewölk, lag leicht an Dich gebettet,

Auch warst Du weit, daß fernster Städte Dach

Noch Deiner Zweige Schatten überwölbte.

Oh, Du warst weit! Ich konnte Deinen Wurzeln, die

Den Ball, verspielte Hände, eng umschlangen, nicht

Entgehen; Knöchel sank und blutete betränt.

Und Du warst groß! Es hing der Abendstern an Dir

Und losch vergrämt, als Du mit Stürmen Dich besprachst,

Du trugst die Sonne auf erhobnem Haupt,

Nacht sank in Trauer, da Du es geneigt.


Das Gedicht "Ode an Sebastian" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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