Meine Schritte schreiten mir entwandt,

Meine Finger gehen nach der Frau,

Doch im Muttergottesmantel stirbt die Hand.

Bläue meines Blicks lockt Meer ins Blau,

Das in Sturm dem Feind Zerstörung sann,

Und das gelbe Haar schwebt segnend überm Weizenfelde des Verfluchten.

Ach, da ich mit List die Netze spann

Ihn zu stellen, kamen Engel, die mich suchten,

Und sie grüßten mich: den Toderretter des Verhaßten, demuthaft.

Mord stand rot im Abend um mich her,

Doch ich sank ins Aug des Rehs, mir ganz entrafft,

Und am Stamm des schmerzenlosen Leibes brach der Speer.

So entflohn, - oh Tränen meiner Klage,

Milder Sünde sehnend zugesandt! -

Schreiten meine Schritte mir entwandt:

Steil die weiße Lilie meiner Tage

Hält der Gott in seiner harten Hand.


Das Gedicht "Der Heilige" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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