Die Züchtigung: dies aber bist Du auch,

Du bist die harte, die umdornte Rute

Aus einem bitteren verfluchten Strauch;

Wo Du auch triffst, da triffst Du tief im Blute.

 

Du bist was schmerzt. Nichts auf der Welt schmerzt mehr,

Kein Schmerzendes ist ohne Dich. Bewegst

Du Deine Hand, schon überhäufst Du schwer

Mit Schmerz der Leidenschaft. Du schlägst

 

Mit Widerhaken tausendfach verschlingend

Ins Fleisch Dich ein, daß, ob Du dort ob hier

Verweilst, es schmerzt. Und zogen einst sie singend

 

Zu ihrem Gott, die blutige Geißel schwingend,

So treibst Du mich, Unruhe über mir,

Nun aus mir fort: ins Unerreichte zwingend.


Das Gedicht "Cereus Flagelliformis" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte der Autorin:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte