Er blieb, da er mich sah, erschrocken stehn,
Ich stand, der ihn erblickte, Stein, verblieben
In der Gebärde: himmlischem Vergehn.
O Menschen-Wohlgestalt! O Glück, zu lieben
Im Blick Verwandtes: Auge, Lippe, Knie,
Ein Ohr wie meines, Füße, fünfgespalten,
Und Hände, ganz vertraute Form, wie die
Sich breitend jetzt, der Schritt, nun aufzuhalten
Länger nicht mehr und dort erwidert, scheu...
Antwort jetzt meinem Ruf. O süß Getön
Von Stimme! Schuf mir zum Gespielen neu
Spiegelnd mich Einsamkeit?
Bin ich so schön?!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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