- »und dass ich das Schmerzlichste sage -« (Heine)
Ich hab′ solange Todtenwacht gehalten
An der geliebten Bahre; - tausendmal
Geschluchzt auf wunden Knien, beim lieben Sarge,
Und aus den Thränen stiegen fackelgleich
Viel weisse Flammen auf ... und banger Weihrauch
Drang wolkig auf ...
Ich kniete nächtelange
Und schmerzlich webte ich das Todtenkleid,
Und webte es aus Fetzen meiner Seele ...
... Drum klebt viel blasses Blut dran -
Nächtelang
Hab′ ich gekniet an dem geliebten Sarg ...
Drin lag des lieben Gottes liebe Leiche. -
Das Gedicht "Todtenwacht" stammt von Lisa Baumfeld (1877 - 1897).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Empfehlungen
Weitere gute Gedichte des Autors:
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte