Du weiche, duftig-schwüle Blüte,
So seltsam nah mir und vertraut,
Als ob ein Hauch mir im Gemüthe
Wie Wehen deines Athems thaut′!
Dein Hauch ist drängend heisses Quälen,
Wie es mich selbst so wirr durchbebt ...
... Kennst du die Mär der Kinderseelen -
Der Seele, die in Blumen lebt. -
Und die, erwacht zu Daseinsschmerzen,
Noch Blütenodem mit sich bringt,
Dass es ihr oft im tiefsten Herzen
Wie duftiges Erinnern klingt ...?
Wenn ich dich schau′ ... in halbem Bangen
Denk′ ich der schaurig-süssen Mär ...
Hab′ ich von dir das Glutverlangen
Von dir die kranke Seele her ...?
Das Gedicht "Weisse Nelken" stammt von Lisa Baumfeld (1877 - 1897).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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