Brause nicht mit deinen Flüchen länger
In des abgehärmten Mädchens Ohr;
Öffne du nicht selbst, geliebter Sänger,
Ihr das Todestor.

Denn vielleicht, nur eben durchgegangen,
Würd' es schon vor deinen Blicken klar,
Und du sähst zu späte, statt der Schlangen,
Lilien um mein Haar.

Steh' und poche dann! Wird er dich hören?
Lieg' und bettle deine Knie wund:
Werd' ich darum jemals wiederkehren
Aus des Todes Schlund?

Mit Gewalt - ich kenne deine Hitze!
Sprengst du, mich zu suchen, wohl das Tor;
Aber ach! du dringst zu meinem Sitze
Mit Gewalt nicht vor.

In dem Lande, wo man nur die Treue
Und den Frieden, ihren Bruder, kennt,
Weiß man nicht, was dieser Erdball Reue
Oder Tränen nennt.

Hier, nur hier, ist's möglich, deinen Jammer
Umzuschaffen in der Liebe Ruh';
Führe denn, o Liebe! meiner Kammer
Heut' ihn wieder zu!


Das Gedicht "Zur Versöhnung" stammt von   (1748 - 1828).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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