Vor unserm Feldmarschall, dem Ruppert:

Wie manches Heldenherz da puppert.

Man sieht mit Schirmen und mit Stöcken

Vorbeimarschiern die alten Recken.

 

Mit achtzig und mit neunzig Jahren

Sind sie von weitem hergefahren,

Um mit den wackeligen Gliedern

Den Königsgruß steif zu erwidern.

 

Ach, besser wär′s, ihr alten Knaben,

Ein Rückgrat überhaupt zu haben

Im Leben und daheim im Laden

Und nicht bei völkischen Paraden.

 

Wenn ihr im Feld spazieren tut,

Zieht ihr da euren Sonntagshut

Und reckt ihr euch aus den Gesträuchen

Vor den (zum Beispiel) Vogelscheuchen?


Das Gedicht "Regenschirmparaden" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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