Hier sieht die Landschaft man nicht vor Hotels.

Es riecht nach Beefsteak und nach faulen Eiern.

Schloß Chillon steht betrübt auf einem Fels

Und ist berühmt durch Dichtungen von Byron.

 

Der Tag beginnt mit einem fetten Lunch,

Dann schiebt zum Liegestuhl man sacht den vollen

Geliebten Bauch. Und Wesen, die sich Mensch

(Mit Unrecht) nennen, hügelabwärts rollen.

 

Wer unter hundert Franken Rente hat

(Pro Tag), der ist ein wüster Proletarier.

Man frißt an Hummer sich und Kaviar satt,

Und ist kein Klassenhaß von Jud und Arier.

 

In tausend Meter Höhe erst ist Luft,

Dort findet man zwei ärmliche Narzissen.

Sie wachsen einer Jungfrau aus der Gruft

Und sind versehentlich nicht ausgerissen.


Das Gedicht "Montreux" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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