Ein junger Mann mit Namen Meier

Lief täglich vor ihr auf und ab.

Er gab ihr fünfundzwanzig Dreier,

Daß sie ihm ihre Liebe gab.

 

Sie zählte sehr besorgt die Pfennige

Und legte sie in einen Schrank.

Allein es schienen ihr zu wenige,

Sie wünschte etwas Silber mang.

 

Er dachte an die Ladenkasse.

Und eines Tages ward bekannt,

Daß Rosa sich betreffs befasse,

Doch Meier sich in Haft befand.

 

So geht es in der Welt zuweilen:

Der erste mußt′ die Klinke ziehen -

Der zweite soll sich nur beeilen,

Das Fräulein wartet schon auf ihn.


Das Gedicht "Meier" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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