Ich lieb ein Mädchen, welches Margot heißt,

Sie hat zwei Brüste wie zwei Mandarinen.

Wenn wir der holden Göttin Venus dienen,

Wie gern mein Mund in diese Früchte beißt.

 

Ich lieb ein Mädchen, welches Margot heißt.

Doch wer sie liebt, muß sie zuweilen prügeln.

Es läßt sich leicht nicht ihre Wildheit zügeln,

Wenn man sie tändelnd nur als Eva preist.

 

Ich lieb ein Mädchen, welches Margot heißt,

Bewandert in den Liebesdialekten,

Die schon die alten Phrygier entdeckten.

(Gebenedeit sei ihr antiker Geist!)

 

Ich lieb ein Mädchen, welches Margot heißt.

Sie wohnt in einem schmutzigen Bordelle,

Man zieht an einer rostigen Klingelschelle,

Worauf Madam den Gast willkommen heißt.

 

Ich lieb ein Mädchen, welches Margot heißt.

Ich liebe diese ganz allein, nur diese.

Der Louis fand die passende Louise -

Bis man die Scherben auf den Müllplatz schmeißt...


Das Gedicht "Ich lieb ein Mädchen, welches Margot heißt..." stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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