Gesichtszüge, welche die Geheimnisse unserer Seele enthüllen,

verleihen dem Gesicht Schönheit und Anmut,

selbst wenn diese seelischen Geheimnisse schmerzlich und leidvoll sind.

Gesichter hingegen, die - Masken gleich - verschweigen, was in ihrem Innern vorgeht,

entbehren jeglicher Schönheit, selbst wenn ihre äußeren Formen vollkommen symmetrisch und harmonisch sind.

Ebenso wie Gläser unsere Lippen nur anziehen,

wenn durch das kostbare Kristall die Farbe des Weines hindurchschimmert.


Das Gedicht "Schönheit" stammt von   (1883 - 1931).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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