Ich bin nur einer von den Epigonen,
die in dem alten Haus der Sprache wohnen.
Doch hab’ ich drin mein eigenes Erleben,
ich breche aus und ich zerstöre Theben.
Komm’ ich auch nach den alten Meistern, später,
so räch’ ich blutig das Geschick der Väter.
Von Rache sprech’ ich, will die Sprache rächen
an allen jenen, die die Sprache sprechen.
Bin Epigone, Ahnenwertes Ahner.
Ihr aber sei die kundigen Thebaner!
Das Gedicht "Bekenntnis" stammt von Karl Kraus (1874 - 1936).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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