Zu Augsburg steht ein hohes Haus,

Nah bei dem alten Dom,

Da tritt am hellen Morgen aus

Ein Mägdelein gar fromm;

Gesang erschallt,

Zum Dome wallt

Die liebe Gestalt.

 

Dort vor Marias heilig′ Bild

Sie betend niederkniet,

Der Himmel hat ihr Herz erfüllt,

Und alle Weltlust flieht:

"O Jungfrau rein!

Laß mich allein

Dein eigen sein!"

 

Alsbald der Glocke dumpfer Klang

Die Betenden erweckt,

Das Mägdlein wallt die Hall′ entlang,

Es weiß nicht, was es trägt;

Am Haupte ganz

Von Himmelsglanz

Einen Lilienkranz.

 

Mit Staunen schauen all′ die Leut′

Dies Kränzlein licht im Haar,

Das Mägdlein aber wallt nicht weit,

Tritt vor den Hochaltar:

"Zur Nonne weiht

Mich arme Maid!

Stirb, Lieb′ und Freud′!"

 

Gott, gib, daß dieses Mägdelein

Ihr Kränzlein friedlich trag′,

Es ist die Herzallerliebste mein,

Bleibt′s bis zum jüngsten Tag.

Sie weiß es nicht,

Mein Herz zerbricht,

Stirb, Lieb′ und Licht!


Das Gedicht "Stirb, Lieb' und Freud'" stammt von   (1786 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:

 

Weitere gute Liebesgedichte zum schmökern.

 



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte