Wohlauf! noch getrunken den funkelnden Wein!

Ade nun, ihr Lieben! geschieden muß sein.

Ade nun, ihr Berge, du väterlich′ Haus!

Es treibt in die Ferne mich mächtig hinaus.

 

Die Sonne, sie bleibet am Himmel nicht stehn,

Es treibt sie, durch Länder und Meere zu gehn.

Die Woge nicht haftet am einsamen Strand,

Die Stürme, sie brausen mit Macht durch das Land.

 

Mit eilenden Wolken der Vogel dort zieht

Und singt in der Ferne ein heimatlich′ Lied,

So treibt es den Burschen durch Wälder und Feld,

Zu gleich der Mutter, der wandernden Welt.

 

Da grüßen ihn Vögel bekannt überm Meer,

Sie flogen von Fluren der Heimat hierher;

Da duften die Blumen vertraulich um ihn,

Sie trieben vom Lande die Lüfte dahin.

 

Die Vögel, die kennen sein väterlich′ Haus,

Die Blumen, die pflanzt er der Liebe zum Strauß,

Und Liebe, die folgt ihm, sie geht ihm zur Hand:

So wird ihm zur Heimt das ferneste Land.


Das Gedicht "Wanderlied" stammt von   (1786 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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