Von Wunden ganz bedecket

Der Trompeter sterbend ruht,

An der Katzbach hingestrecket,

Der Brust entströmt das Blut.

 

Brennt auch die Todeswunde,

Doch sterben kann er nicht,

Bis neue Siegeskunde

Zu seinen Ohren bricht.

Und wie er schmerzlich ringet

 

In Todesängsten bang,

Zu ihm herüberdringet

Ein wohlbekannter Klang.

Das hebt ihn von der Erde,

Er streckt sich starr und wild –

 

Dort sitzt er auf dem Pferde

Als wie ein steinern Bild.

Und die Trompete schmettert, –

Fest hält sie seine Hand –

Und wie ein Donner wettert

 

Victoria in das Land.

Victoria – so klang es,

Victoria – überall,

Victoria – so drang es

Hervor mit Donnerschall.

 

Doch als es ausgeklungen,

Die Trompete setzt er ab;

Das Herz ist ihm zersprungen,

Vom Roß stürzt er herab.

Um ihn herum im Kreise

 

Hielt′s ganze Regiment,

Der Feldmarschall sprach leise:

»Das heißt ein selig End′!«


Das Gedicht "Der Trompeter an der Katzbach" stammt von   (1803 - 1867).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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