Liegt der Tag rings auf der Lauer,

Blickt so schlau auf Lust und Trauer:

Kann ich mich kaum selbst verstehen.

Laß die Lauscher schlafen gehen!

Nur ein Stündchen unbewacht

Laß in der verschwiegnen Nacht

Mich in deine Augen sehen

Wie in stillen Mondenschein.

In dem Park an der Rotunde,

Wenn es dunkelt, harr ich dein.

Still und fromm will ich ja sein.

Liebste, ach nur eine Stunde! -

Sieh mir nicht so böse drein!

Willst du nie dein Schweigen brechen,

Ewig stumm wie Blumen sein:

O so laß mich das Versprechen

Pflücken dir vom stillen Munde:

Liebste, ach nur eine Stunde.

In dem Park an der Rotunde,

Wenn es dunkelt, harr ich dein.

 

*

Coda

Und kann ich nicht sein

Mit dir zu zwein,

So will ich, allein,

Der Schwermut mich weihn!


Das Gedicht "Der Nachtvogel" stammt von   (1788 - 1857).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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