Alt Heidelberg, du feine,
Du Stadt an Ehren reich,
Am Neckar und am Rheine
Kein′ andre kommt Dir gleich.
Stadt fröhlicher Gesellen,
An Weisheit schwer und Wein,
Klar ziehn des Stromes Wellen,
Blauäuglein blitzen drein.
Und kommt aus lindem Süden
Der Frühling über′s Land,
So webt er dir aus Blüthen
Ein schimmernd Brautgewand.
Auch mir stehst du geschrieben
Ins Herz gleich einer Braut,
Es klingt wie junges Lieben
Dein Name mir so traut.
Und stechen mich die Dornen,
Und wird mirs drauß zu kahl,
Geb ich dem Roß die Spornen
Und reit in′s Neckarthal.
Hintergrund
Die Heidelberger Altstadt liegt am Südufer des Neckars. Sie erstreckt sich zwischen dem Fluss und dem Hang des Königstuhls unterhalb des Heidelberger Schlosses. Die im 13. Jahrhundert entstandene und im 14. Jahrhundert erweiterte Altstadt ist bis heute untrennbar mit der Stadt Heidelberg verbunden (vgl. das Gedicht Heidelberg). Ihr barockes Erscheinungsbild nach mittelalterlichem Grundriss ist auf den Wiederaufbau Heidelbergs nach seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg von 1693 zurückzuführen.
Die Heiliggeistkirche ist die größte und bedeutendste Kirche in Heidelberg. Mit der Apsis zum Marktplatz steht sie mitten in der Altstadt. Ihr Turm beherrscht und prägt – mit dem achteckigen Glockenturm des Schlosses – das Stadtbild.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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