Einst war auf umrollender Welt

Wechselndes Treiben

Mein Auge gerichtet, mein Sinn gestellt:

Nun laß ich's bleiben!

 

Fort im behaglichen Müßiggang

Leb' ich die Tage,

Daß um der Zeiten Begebniß und Drang

Nimmer ich frage!

 

König bin ich im höchsten Reich,

Regier' in Wonne;

Keine Kron' ist der meinen gleich

Unter der Sonne!

 

Nicht um das alte Liebchen des Stiers,

Europa, tausch' ich

Meine Liebst'! Auf das Brüllen des Thiers

Nicht länger lausch' ich!

 

Auch nicht auf das verweinte Gesicht

Der betrogenen Schönen,

Die statt Kränzen nun Dornen dicht

Umfangen und krönen!

 

Sie ist gewandert aus Hand in Hand,

Aus schlechter in schlechte;

Nimmer ein treuer Buhle sich fand,

Nie kam der rechte!

 

Was soll des thörichten Weibes Schrei'n

Länger mich stören!

Meiner Liebsten nur ganz allein

Will ich gehören!

 

Und trifft die Klage der Welt mein Ohr,

Will ich's verschließen,

Sperren mein Haus und sperren mein Thor,

Und göttlich genießen! –


Das Gedicht "Froher Besitz" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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